JULI HEIßT
EIGENTLICH
Julia Jördens

und hat 2014 als Grafik Designerin, ehem. Vertriebsleitern und Marketing Managerin JULI Konzept & Design gegründet.

Im Interview mit Anja Rose

AR: Den Mund voller Erdbeersaft, da muss ich aufpassen, dass ich mir nicht aufs Skript kleckere. Julia, mit fett Sahne oder lieber pur – wie müssen Erdbeeren sein?

JJ: Mal so, mal so. Ich esse sie gerne mit Sahne. Aber wenn’s ums Design geht, dann lieber ohne Sahne, natürlich süß und saftig, aber ganz pur und schlicht. Das ist meins.

Eigentlich ist die Erdbeere an sich als mein Sahnehäubchen zu verstehen. Aber wenn ich Sahnehäubchen sage, meine ich die Individualität, die jeder einzelne Kunden mitbringt. Was will jemand verkaufen? Was transportieren? Was ist das Steckenpferd eines jeden und was macht eine Person oder ein Produkt im Speziellen aus? Das zusammenzufassen und auf einen Punkt zu bringen, das ist die Kunst und mein Ziel.

AR: Also die Sahne unter die Erdbeeren zu rühren, sodass sie eigentlich ganz pur aussehen.

JJ: Ja, genau.

AR: In deinem Arbeiten aber bist du völlig sahnefrei. Da wird nicht lange drumrum geredet, sondern gerade raus und konzentriert, Fakten werden klar und pur angeguckt.

JJ: Ja, auf den Punkt kommen ist auch da sehr wichtig. Nicht soviel schnacken, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren – dann kommt man auch zu was.

AR: Nicht so viel Sabbeln – da fällt einem eigentlich die norddeutsche Kargheit ein. Bei dir allerdings sehe ich Genuss, Sonne, Begeisterung – das klingt irgendwie anders. Ist das bremisch?

JJ: Ja, auch. Man denkt es vielleicht im ersten Moment nicht. Aber die Bremer sind sogar sehr witzig! Und ausgesprochen sympathisch und herzlich. Genau so habe ich Bremen kennengelernt. Ich komme ursprünglich nicht von hier, sondern aus der Nähe von Gifhorn.
Die norddeutsche Kühle kann ich also nicht bestätigen. Ich liebe die Offenheit der Menschen hier und dass man so sein kann, wie man sein möchte. Sympathischer geht’s doch nicht, oder?

AR: Das ist quasi die Definition von „sympathisch“.

JJ: Ja, genau!

 

AR: Du bietest alles an, was es braucht, um mit einem Unternehmen sichtbar zu werden. Marketing, Vertrieb, Social Media, Videos, Bilder, Programmierung und Text und alle verzwurbelt im Netzwerk – wieso suchst du dir nicht einfach die Kompetentesten zusammen und gründest deine eigene Agentur?

JJ: Über diesen Punkt habe ich tatsächlich schon öfter nachgedacht. Aber es gibt für mich ein paar Gründe dagegen:
Wenn du ein Projekt startest und in einer Agentur arbeitest und feste Leute hast, ist das natürlich toll und bestimmt auch kreativ und wertvoll. Aber wenn du die Freiheit hast, dir dein Team für diesen einen Kunden individuell zusammenzustellen, weil du weißt, der Kooperationspartner würde in das Thema gut hineinpassen und hat Erfahrung in der gewünschten Branche, kommt natürlich eine ganz andere Qualität dabei raus.
Und es macht unglaublich viel Spaß, nicht nur ein Team zu haben, sondern ein großes Netzwerk. Ich mag den Gedanken, mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen zu arbeiten. Das ist total inspirierend. Immer wenn etwas Spaß macht, man begeistert ist von einer Sache – und das gilt ja für jeden einzelnen der Kooperationspartner –, wenn alle Bock haben auf das Projekt, dann wird es gut.

 

AR: Das heißt, du hast ein riesiges Netzwerk.

JJ: Ja, mittlerweile ist das schon nicht ohne. Ich war vier Jahre Vertriebsleiterin einer Online-Marketing-Agentur, in der Zeit habe ich sehr viele Menschen und Unternehmen kennenlernen dürfen. Danach war ich im Marketing eines Oldenburger Online-Unternehmens – auch hier habe ich einige Kontakte gewonnen. In dieser Zeit begann ich mein Studium zur Grafikdesignerin und – schwups – rollte ich durch glückliche Zufälle und natürlich einer ordentlichen Portion Disziplin in die Selbstständigkeit mit diesem Thema. Tadaaa JULI Konzept & Design ist da (lach*). Wer mehr wissen will, kann mich gerne mal anrufen und dann können wir ja einfach mal ‘ne Runde klönen.

 

AR: Kommunikation und Verkauf – dein roter Faden im Berufsleben. Jetzt sind wir gestartet mit Erdbeeren mit und ohne Sahne, netzwerkeln … und sonst so? Sofakissen stricken oder Fallschirmspringen?

JJ: Sport ist meine Leidenschaft. Ich tanze für mein Leben gern und das auch schon seitdem ich drei oder vier bin. Ach das klingt nun auch typisch: Julia, die mit den langen blonden Haaren, die tanzt Ballett und reitet. Ja, genauso is‘ es! Und Klavier hat sie auch gespielt? Ja, genau! So. Alle Klischees von Omma schön an die Hand gekriegt und gemacht. Ganz genau so war’s.
Nun, generell ist mir Bewegung sehr wichtig.

Das Reiten ist mir wichtig um zu entspannen – das ist mein Ausgleich. Ich reite nicht nur, um sportlich aktiv zu sein, sondern weil ich dort ganz zur Ruhe kommen kann.

AR: Ruhe, Gelassenheit – bist du da angekommen?

JJ: Ich glaube, immer mehr, ja. Weiß man, ob man in der Ruhe angekommen ist? Ich hab jedenfalls ein richtig gutes Gefühl, was das angeht. Für mich ist es sehr viel wert, bewusst ausruhen und das Leben genießen zu können